Big Daddy Wilson
Big Daddy Wilson ist erst seit wenigen Jahren auf der Blues-Szene aktiv, aber es hört sich an, als ob er sein Leben lang den Blues gesungen hat, „weil’s vom Herzen kommt“ (Osterholzer Kreisblatt). „Ich möchte, dass die Menschen mich spüren,“ sagt Wilson. „Ich möchte sie an die Hand fassen und sie mit mir nach Hause, die ungeteerten Strassen North Carolinas entlang führen.“ Big Daddy Wilson kam im Herzen vom US-amerikanischen Süden in einer bäuerlichen Kleinstadt namens Edenton NC zur Welt. Als Kind hörte er die Gospel und Countrymusik, die vom lokalen Rundfunksender gespielt wurde. Unter dem Einfluss seines Cousins Jimmy Blount, der Bass und Schlagzeug spielte, lernte Wilson beide Instrumente und, obwohl er sehr schüchtern war, entdeckte er die Musik für sich als Ausdrucksmöglichkeit. Als Teenager wurde er stark von der Funk- und Soulmusik der 70er Jahre beeinflusst. Wilson verließ die Schule mit 16 Jahren und trat später der US-Armee bei.
„Ich war vielleicht 30 Jahre alt, als ich mein erstes Blueskonzert erlebte. Ich werde diese Nacht nie vergessen – endlich hatte ich das gefunden, wonach ich gesucht hatte. Ich fühlte mich wie ein kleiner Junge, hatte Kribbeln im Bauch, mein Herz schlug wie eine Trommel. Obwohl ich nie vorher in einer Band gesungen hatte, wollte ich unbedingt singen. Ich dachte: Das ist es! Das bin ich, diese ist meine Musik! Um eine lange Geschichte kurz zu halten, irgendwie fand ich mich an dem Abend auf der Bühne in einem kleinen Club namens Wüstenstätte und sang zum ersten Mal den Blues. Da meine Herkunft religiös geprägt ist, war es für uns normal, Gospellieder zu singen. Blues war ’was anderes, wir haben nie Blues gehört.
Ich fing an, mit vielen Bands zu arbeiten. Ich wollte soviel wie möglich über meine Neuentdeckung erfahren. Sofort habe ich erkannt, dass der Blues die Wurzel, das Fundament der Musik war, die ich in meiner Jugend gehört hatte. Nach eine Weile aber zog es mich „back to the roots“ und ich grundete ein akustisches Duo mit Wolfgang „Doc Fozz“ Feld, der Bassist von Blues Caravan. Wir fingen an, Lieder zu schreiben und die Sache lief so gut, dass wir unsere erste CD „My Day Will Come“ 2004 aufnahmen. Lange bevor ich anfing, Blues zu singen, habe ich Lieder geschrieben, aber das komische daran ist, alle diese früheren Lieder haben einen starken Bluescharakter. Es ist als ob ich den Blues hatte, bevor ich wusste, was der Blues ist.“ Innerhalb kürzester Zeit wurde Wilson eingeladen, europaweit in kleinen Clubs sowie auf großen Festivals zu singen, im Rundfunk, sogar im Kino – „Es war eine riesige Ehre für mich als ich eingeladen wurde, bei der Premiere von Wim Wenders Film Soul Of A Man 2004 in Hamburg zu singen.“
Zeitungsberichte beschreiben seine einmalige Stimme, gleichzeitig stark und warm, sowie seine Fähigkeit, das Publikum mit jedem Wort zu berühren. Damit setzt er ganz eigene Zeichen und befindet sich somit auf dem besten Weg, sich als Ausnahmesänger zu etablieren. „Du kannst viel von verschiedenen Sängern lernen, aber das allerwichtigste ist was du selber fühlst. Blues ist ein Gefühl!“ Neben seiner eigenen Projekte brillierte Wilson auch bei gemeinsamen Auftritte mit top Bluesmusiker wie Lazy Lester, Eric Bibb, Deutschlands erfolgreichste Bluesband „Blues Company“ sowie Künstler wie Abi Wallenstein, Tommy Schneller, Gregor Hilden oder Christian Rannenberg. „Es hat lange gedauert, aber endlich habe ich meinen Weg nach Hause gefunden!“



